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Wege aus der Schuld | Beichte

Schuld - Teil unseres Lebens

Wo Menschen in Beziehung miteinander leben, kommt es immer wieder zu Störungen. Wir Menschen bleiben uns selbst, unseren Mitmenschen und auch Gott manches schuldig. Wir verletzen Grenzen, verspielen Vertrauen, haben unsere Neigungen und Emotionen nicht im Griff, verbarrikadieren unsere Herzen und werden schuldig. Wir nehmen Schaden und schädigen: uns selbst, unsere Nächsten, die Gemeinschaft, in der wir leben, unsere Mit- und Umwelt.

Sich und anderen Schuld einzugestehen ist nicht leicht; viel lieber würden wir sie verdrängen.

Gleichzeitig wissen wir, wie wohltuend und heilsam Versöhnung und Wiedergutmachung sein können. (Albert Biesinger)

Vergebung und Neuanfang

Wie finde ich zu einem Leben in Freiheit und Fülle?

Grundlegend für eine Umkehr und eine Heilung der Lebenssituation ist die eigene Erkenntnis. Nur das Bewusstwerden einer Schuld kann den Entschluss hervorrufen, etwas wieder gut und es in Zukunft besser machen zu wollen.

Das bedeutet: Ein Mensch, der keine Reue empfindet, ist (noch) nicht disponiert für eine Umkehr – und damit auch nicht für eine Beichte (wohl aber vielleicht für ein seelsorgerliches Gespräch; gegebenenfalls ist aber auch psychologische oder therapeutische Hilfe heranzuziehen!). Deshalb ist die Gewissensbildung eine wichtige und stetige Aufgabe. Dazu tragen bei die Reflexion des eigenen Tuns, Besinnung und Gebet, das Zu-Herzen-Nehmen von Worten der Hl. Schrift, Gedankenaustausch mit anderen, gute Lektüre und auch die Kenntnis und Würdigung von Aussagen des kirchlichen Lehramtes.

Als Christinnen und Christen wissen wir uns von Gott geliebt – so sehr, dass sich immer ein Weg für uns auftut; es gibt keine endgültigen „Sackgassen“. Die Bibel als Ganzes wie auch viele einzelne Abschnitte (so etwa das bekannte Gleichnis vom Barmherzigen Vater, Lukasevangelium Kap. 15) legen uns dies nahe: Gott will nicht unser Leben „beschneiden“, will nicht Schuld „bestrafen“; er will, dass wir froh und erfüllt leben können – gerade auch nach Irrwegen, Brüchen, Verfehlungen.

Der beste Weg aus der Schuld ist darum für uns immer die (neue) Zuwendung zu Gott. Und darum dürfen wir das Gebet, das Lesen der Hl. Schrift, tätige Nächstenliebe, die Mitfeier der hl. Messe oder eines „Bußgottesdienstes“ bereits als „sündenvergebend“ betrachten.


Das Sakrament der Buße

Heilsame und spürbare Begegnung mit Jesus Christus

Das Bußsakrament ist die besondere und intensive Form von Vergebung und Neuanfang. Wie jedes Sakrament ist es heilsame und spürbare Begegnung mit Jesus Christus (wie es z.B. der Zöllner Zachäus erlebt hat, vgl. Lukasevangelium Kap. 19). Wir dürfen auf die Taufe zurückgreifen (wie bei einer „Brunnenbohrung“ zum Grundwasser), in der uns grundlegend Vergebung der Sünden und Befreiung von der Macht des Bösen geschenkt wurde. Zum eigenen Umkehrentschluss kommt die feste Zusage Gottes – durch das Vergebungswort des Priesters: „So spreche ich dich los von deinen Sünden, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Wir beantworten es mit unserem gläubig-zustimmenden „Amen“.

Wie geht Beichten?

Im Gespräch mit dem Seelsorger Hilfe finden

Es ist nicht an eine feste Form noch an einen Ort gebunden. Sowohl im sog. Beichtstuhl als auch beim sog. Beichtgespräch (in einem Beichtraum, einem Zimmer, im Freien) kann man frei und offen reden. Wir beichten nicht einen „Beichtspiegel“, sondern unser Leben mit seinen Höhen und Tiefen.

Als Hilfe können folgende Schritte dienen: Wenn ich mein Gewissen erforscht habe (Besinnen) und Reue empfinde (Bereuen), fasse ich einen „guten Vorsatz“ (Bessern) und spreche mich dann bei einem Priester aus (Bekennen), daran schließt sich ein erster Schritt der Wiedergutmachung (Büßen).

Das Bekenntnis (die Beichte) kann so erfolgen:

-          Kreuzzeichen

-          Gespräch über das eigene Leben (seit der letzten Beichte)

-          Lossprechung durch den Priester

-          Vorschlag für den nächsten Schritt („Buße“).

Näheres steht im Gotteslob ab Nr. 593.

Orte und Zeiten

Wo kann ich beichten?

In Regensburg gibt es viele Pfarreien, wo in der Regel samstags eine Beichtzeit angeboten wird. In der Innenstadt ist in der Karmeliterkirche (an der Ecke Maxstraße/Domplatz) täglich Beichtgelegenheit. Die Zeiten finden Sie im Internet unter www.karmelitenkloster-stjoseph.de.

In unserer Pfarreiengemeinschaft gibt es in der Kirche Hl. Dreifaltigkeit im Advent und in der Fastenzeit die Möglichkeit, das Bußsakrament zu empfangen. Für ein Gespräch und auch Beichtgespräch stehen die Seelsorger gerne zur Verfügung, Sie können einfach einen Termin vereinbaren. Näheres finden Sie immer im Pfarrbrief.

Einen gemeinsamen Bußgottesdienst feiern wir jeweils im Advent in der Hauskapelle Steinweg und in der Fastenzeit in der Kirche St. Andreas.

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